Molchreinigung

In allen Rohrleitungen, durch die ein Medium befördert wird, bilden sich organische Ablagerungen oder mineralische Inkrustierungen. Die Ablagerungen, die den Rohrquerschnitt reduzieren, bauen nicht immer gleichmäßige Höhen auf. Es kommt zur Zackenbildung, die wiederum den Ablagerungsprozess fördern. Ablagerungen und Inkrustierungen führen zu einem immer höher werdenden Leistungsabfall in der Transportleitung.

Der Leistungsabfall bedeutet eine Kostensteigerung, da der Energieaufwand, der notwendig ist, um die zu transportierende Menge bei verändertem, nämlich stark reduziertem Durchmesser konstant zu halten, stark ansteigt. Wird z.B. in einer Druckwasserleitung die Fliess-Charakteristik des Durchflussmediums verändert, entsteht eine turbulente Strömung, anstatt der gewünschten laminaren.
Die Strömungslehre zeigt auf, dass die Strömungsenergie im Quadrat zum Strömungsquerschnitt zunimmt. Verengt sich z.B. das Volumen einer Röhre um 50%, steigt die Transportenergie um das nahezu 4-fache.

Die Lösung

Schon vor Jahren wurde eine brauchbare Lösung für dieses Rohrreinigungs-Problem in den USA entwickelt: Progressive Pipeline Pigging for Deposit Removal: Die PPP-Reinigung - Molch-Reinigung.

Voraussetzung bei dieser Reinigungs-Methode ist das Verständnis dafür, dass es sich hier nicht um ein Reinigungs-Werkzeug, sondern um ein Reinigungs-System handelt. Der Zugang zur Leitung, die Einschuss-Stelle, die Streckenführung mit Krümmungen, Bögen und Dehnungsschleifen sowie eingebauten Armaturen und der Auslauf mit "Fangmöglichkeit" der Molche, stellen wesentliche Faktoren für den Erfolg einer Molch-Reinigung dar.

Einführungsöffnung und Auslauf werden freigelegt, damit die Molche eingegeben, "durchgeschossen" und auslaufen können.
Es ist allgemein bekannt, dass ein Grossteil der vorhandenen Transportleitungen in desolatem Zustand sind und saniert oder erneuert werden müssen. Die Molchmethode eignet sich bei Sanierungsarbeiten für die notwendige Reinigung, wenn z.B. Inliner eingebaut werden sollen. Darüber hinaus wird ein gleichmäßiger Durchmesser des Alt-Rohres hergestellt, der das Einziehen bzw. Inversieren von Inlinern erleichert.

Der Molch

Die Reinigungsmolche bestehen aus einem Kern porösen Kautschuks.
Dieser Kern ist mit einer Polyurethan-Beschichtung umschlossen, deren Reinigungswirkung durch aufgebrachte Schleifkörper oder durch Drahtbürsten-Spiralen, wesentlich verstärkt werden kann. Der Aufbau der Molchkörper gestattet es, Reduzierungen bis 25% im zu reinigenden Rohrsystem zu passieren.

Öffnungen am Molchumfang und eine gekappte "Geschoss-Spitze" lassen das Transportmedium Luft oder Wasser austreten. Es entsteht ein Injektoreffekt, durch den die mechanische Reinigung unterstützt wird. Ganz wichtig ist, dass durch die gekappte Spitze des Molches ein Wasserstrahl austritt, der zum Träger der gelösten Schmutzpartikel wird, diese beim Reinigungsvorgang in Schwebe hält, so dass sich kein Pfropf bilden kann. Um diesen Reinigungsprozess durchzuführen, sind je nach Rohrdimension und Ablagerungsart mit Drücken von 1,5 - 5,0 bar und eine Laufgeschwindigkeit des Molches von 1,0 - 2,0 m/s notwendig. Die erforderliche Wassermenge bzw. die Pumpenleistung errechnen sich aus diesen Parametern.

Forschungsbericht IKT

forschungsbericht_ikt.pdf